Geldanlage: CFD („Contract for Difference“)

Beschreibung
Ein „CFD“ beinhaltet das Recht, die Differenz aus einem Eröffnungs- und dem Schlusskurs eines Anlagezeitraums ausgezahlt zu bekommen.
Nehmen wir an, der DAX-Stand beim Kauf wäre 5000 Punkte, dann müsste der Käufer des CFD 5000 Euro bezahlen.
Nehmen wir ferner an, der DAX stünde nach einem Jahr auf 6000 Punkten, dann würde der Käufer des CFD einen Gewinn von 1000 Euro erzielen.
Der besondere Reiz des CFD besteht darin, dass der Käufer nicht den vollen Wert des DAX bezahlen, sondern nur eine „Sicherheitsleistung“ (die sog. „Margin“) hinterlegen muss, i.d.R. 5% des Basisbetrages, also 250 Euro.
Bei einem steigenden DAX hätte der Anleger also mit 250 Euro Kapitaleinsatz einen Gewinn von 1000 Euro erzielt (=400% bezogen auf den Kapitaleinsatz, 20% bezogen auf den Basiswert).
Allerdings können nach der gleichen Funktionsweise auch Verluste anfallen: Würde der DAX auf 3000 Punkte fallen, ergäbe sich ein Verlust von 2000 Euro (=800% bezogen auf den Kapitaleinsatz, 40% bezogen auf den Basiswert). Der Geldanleger müsste zusätzlich zu seinen 250 Euro Kapitaleinsatz 1750 Euro „nachschießen“ (d.h. auf sein Marginkonto einzahlen).
Das Risiko beim Kauf eines CFDs ist somit ein theoretisch möglicher Totalverlust des Basiswertes (5000 Euro), was einem Vielfachen der ursprünglichen Sicherheitsleistung entspricht.
Die Attraktivität des CFD gegenüber Futures und Zertifikaten besteht vor allem in ihrer Schlichtheit. Der Wert eines Dax-CFDs etwa entspricht genau dem Index-Stand. Ein Dax-Punkt entspricht in der Regel einem Euro. Mit einem Dax-Future-Kontrakt werden pro Dax-Punkt hingegen je 25 Euro bewegt. Zudem ist die Laufzeit unbegrenzt. Bei Zertifikaten sind die Gewinn- und Verlustmöglichkeiten i.d.R. weitaus komplizierter zu ermitteln.
Umgekehrt kann ein Anleger auch auf einen fallenden Dax setzen. Er muss dazu nur einen Dax-CFD „verkaufen“, wie dies in der Börsensprache heißt. Die Funktionsweise des CFD entspricht dem Kauf, nur mit umgekehrten Vorzeichen.

Charakter der Anlage
Hoch spekulative Wette, durch die geringere Sicherheitsleistung mit großer Hebelwirkung

Mindestanlage
Zahlung einer Sicherheitsleistung (zumeist  5% des Basiswerts)

Anlagedauer
CFD haben immer eine unendliche Laufzeit, ein Laufzeitende ergibt sich nur durch den Verkauf der Anlage an der Börse

Vorzeitige Verfügbarkeit
Jederzeitiger Verkauf an der Börse möglich (allerdings nur zum jeweiligen Kurs)

Rückzahlung bei Laufzeitende
Nein

Ertrag
Kurssteigerung des CFD durch Kurssteigerungen des Basiswertes

Rendite
Völlig ungewiss

Kosten
Je nach Anbieter und Börse können Orderkosten entstehen, oft sind diese aber schon in die Spreizung des Geld- und Briefkurses (Spread) eingepreist. Für Longpositionen, die über Nacht gehalten
werden, werden Finanzierungskosten berechnet.

Absicherung durch den Einlagensicherungsfonds (oder vergleichbare Absicherung)
Nein

Haftung der Hausbank des Geldanlegers
Nein

Sicherheit der Anlage
Völlig unsicher

Anlegertyp
Drachenflieger

Risikoklasse nach Wertpapierhandelsgesetz
Hoch spekulativ

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