Geldanlage: Future

Beschreibung
Im Unterschied zu Optionen, die ein Wahlrecht des Käufers beinhalten, sind Futures feste Vereinbarungen, die auch erfüllt werden müssen.
So könnte z.B. ein Nudelhersteller bereits heute eine Tonne Weizen kaufen, die aber von dem Landwirt erst im nächsten Jahr geliefert wird. Der vereinbarte Preis ist verpflichtend, auch wenn in einem Jahr die Weizenpreise weit höher oder niedriger sind.
Selbstverständlich kann auch jemand, der keinen Weizen benötigt, solche Lieferungsansprüche für Weizen kaufen, um dieses Recht dann möglichst schnell wieder mit Gewinn an jemand anderen zu verkaufen.
Für Privatanleger sind solche Warentermingeschäft zu riskant.
Auch für Privatanleger überlegenswert und verständlich ist jedoch eine Abart dieser Futures, bei der man auf steigende oder fallende Kurse eines Index setzt (z.B. DAX).
Solche Geschäfte werden von der Terminbörse EUREX angeboten, einer Tochtergesellschaft der Frankfurter Wertpapierbörse.

Das Grundprinzip ist ganz einfach:
Derjenige, der auf steigende Kurse setzt, „kauft“ den Future. Derjenige, der auf einen sinkenden DAX setzt, „verkauft“ den Future.
Entscheidend für den Gewinn oder Verlust sind bei dieser Geldanlage die Kursveränderungen des DAX während der Laufzeit.
Bei jedem Anstieg des DAX bezahlt der Verkäufer für jeden Indexpunkt 25 Euro an den Käufer. Bei jedem Rückgang des DAX zahlt der Käufer für jeden Indexpunkt 25 Euro an den Verkäufer.
Diese Zahlungen erfolgen täglich. Dazu wird ein Handelskonto eingerichtet, das sog. „Marginkonto“. Der Anfangs- und Mindestbestand dieses Kontos bemisst sich in Relation zum DAX-Stand bei Kauf des Future. (i.d.R. 5% des Kontraktwertes). 
DAX-Stand = 5000 Punkte
Kontraktwert = 5000 x 25 = 125000 Euro
Margin = 5% von 125000 = 6250 Euro
Diese täglichen Ausgleichsbuchungen erfolgen für die gesamte drei bis neunmonatige Laufzeit. Das Marginkonto muss immer einen Mindestbestand von 6250 Euro aufweisen.
Der theoretisch mögliche Maximalverlust beläuft sich für den Käufer des Future auf den Kontraktwert, also 125000 Euro, wenn der DAX-Stand 0 Punkte betragen würde.
Für den Verkäufer des Future ist der theoretische Maximalverlust unbegrenzt, da der DAX ja zumindest theoretisch auf ein Vielfaches steigen könnte.
Nicht zu vergleichen mit dem DAX-Future ist der sog. „Bund-Future“. Diese Verträge sind für Kleinanleger nicht geeignet, da sie eine Lieferpflicht für Bundesanleihen im Nominalwert von 100000 Euro beinhalten.

Beispiel:
Sie kaufen einen DAX-Future mit 6-monatiger Laufzeit beim Dax-Stand von 5000 Punkten.
DAX-Stand = 5000 Punkte
Kontraktwert = 5000 x 25 = 125000 Euro
Margin = 5% von 125000 = 6250 Euro
a) der DAX steigt von 5000 auf 5040 Punkte
Ihrem Marginkonto werden 1000 Euro (40 x 25) vergütet.
Wenn das halbe Jahr bereits abgelaufen wäre, hätten Sie einen Gewinn von 1000 Euro erzielt (bezogen auf Ihren Margin-Kapitaleinsatz: = 16% insg. = 32% p.a.)
b) der DAX fällt von 5000 auf 4900 Punkte
Ihr Marginkonto verringert sich um 2500 Euro (100 x 25). Wenn der Mindestbetrag auf dem Marginkonto unterschritten ist, wird der Ausgleichsbetrag von Ihrem Girokonto abgebucht.
Wenn das halbe Jahr bereits abgelaufen wäre, hätten Sie einen Verlust von 2500 Euro (bezogen auf Ihren Margin-Kapitaleinsatz: = - 40% insg. = - 80% p.a.)

Charakter der Anlage
Unbedingtes Termingeschäft, Sie wetten auf ein Ergebnis und müssen die Wette dann auch erfüllen

Mindestanlage
Zahlung einer Sicherheitsleistung (im Regelfall 5% bis 15% des Kaufpreises eines Future-Kontraktes)

Anlagedauer
3 bis 9 Monate (Fälligkeiten von standardisierten Future-Kontrakten: März, Juni, September, Dezember)

Vorzeitige Verfügbarkeit
Die vorzeitige Verfügung ist jederzeit durch den Verkauf eines Kontraktes möglich.

Rückzahlung bei Laufzeitende
Nein (Gutschrift der Gewinne und Belastung der Verluste täglich während der Laufzeit)

Ertrag
Völlig ungewiss (tägliche Abrechnung über das Marginkonto, abhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes)

Rendite
Völlig Ungewiss

Kosten
Ja nach Bank und Börse. i.d.R. nur gering

Absicherung durch den Einlagensicherungsfonds (oder vergleichbare Absicherung)
Nein

Haftung der Hausbank des Geldanlegers
Nein

Sicherheit der Anlage
Völlig unsicher

Anlegertyp
Drachenflieger

Risikoklasse nach Wertpapierhandelsgesetz
Hoch spekulativ

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