Geldanlage: Optionsanleihe

Beschreibung
Eine Optionsanleihe ist eine normale Schuldverschreibung einer Unternehmung, die dem Anleger aber zusätzlich das Recht gewährt, eine bestimmte Anzahl von Aktien der AG zu einem festgelegten Preis zu erwerben, wenn er dies möchte. Dieses Recht auf Aktienbezug ist im sogenannten Optionsschein verbrieft. Unabhängig davon, ob der Anleger Aktien bezieht oder nicht, hat er Anspruch auf Zinsen und Rückzahlung seiner Anlage bei Laufzeitende. Zusätzlich kann er sein Recht nutzen und über die Optionsscheine Aktien der AG erwerben. Somit bleibt der Anspruch auf Zinsen und Rückzahlung bestehen.
Beispiel:
Sie kaufen eine Optionsanleihe mit dem Nennwert von 1000 Euro, 2% Verzinsung und einer Laufzeit von zehn Jahren. Mit der Schuldverschreibung sind 10 Optionsscheine verbunden, die jeweils das Recht beinhalten, eine Aktie der Unternehmung zum Preis von 60 Euro zu erwerben.
Die Aktien der AG haben im Augenblick einen Kurs von 40 Euro.
a) die Aktie steht zwei Jahre später auf 46,20 Euro
Ihre Optionsscheine sind gegenwärtig wertlos. Sie warten weiter ab.
b) die Aktie steht zwei Jahre später auf 68 Euro
Sie beziehen 10 Aktien zu einem Preis von insgesamt 600 Euro.
Sie verkaufen die Aktien wenige Tage später an der Börse (z.B. zu 69,20 Euro).
Kontogutschrift 692 Euro, Zusatzgewinn 92 Euro (ohne Berücksichtigung der Zinsen und Kosten) 
(= 9,2% insg. = 4,65% p.a.)
Alternativ zum Bezug der Aktien über die Optionsscheine könnten Sie auch die Optionsscheine selbst an der Börse verkaufen. Der Zusatzgewinn dürfte dann etwas höher ausfallen, da die Kosten geringer sind. Allerdings schwankt der Kurs der Optionsscheine stärker als der der Aktien.

Charakter der Anlage
Der Anleger ist Gläubiger gegenüber dem Herausgeber der Schuldverschreibung.

Mindestanlage
Mindestnominalbetrag, i.d.R. 1000 Euro

Anlagedauer
3 bis 5 Jahre

Vorzeitige Verfügbarkeit
Jederzeit Verkauf an der Börse möglich (allerdings nur zum jeweiligen Tageskurs)

Rückzahlung bei Laufzeitende
Ja

Ertrag
jährlicher Zinsertrag, u.U. zusätzlicher Verkaufserlös aus einer Kurssteigerung des Optionsscheins bzw. aus späteren Kurssteigerungen der Aktien

Rendite
gering bis mittel

Kosten
Zahlreiche Gebühren beim Kauf und Verkauf des Wertpapiers, sowie dessen Aufbewahrung- je nach Bank in unterschiedlicher Gestaltung und Höhe: Provision, Ordergebühr, u.U. Limitgebühr,
Maklergebühr und Depotgebühr; i.d.R. ist auch beim Kauf der Optionsanleihe eine Aufgeld zu entrichten

Absicherung durch den Einlagensicherungsfonds
Nein

Haftung der Hausbank
Nein

Sicherheit der Anlage
Sicherheit, aber nur bei Endfälligkeit und wenn der Herausgeber der Schuldverschreibung nicht insolvent wird

Anlegertyp
Bergwanderer

Risikoklasse nach Wertpapierhandelsgesetz
Konservativ bis risikoscheu

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