Geldanlage: Gedeckter Optionsschein (als Lieferverpflichtung einer Bank)

Beschreibung
Optionsscheine werden nicht nur von Unternehmen, sondern auch von Banken herausgegeben. Dann ist es nicht ein Unternehmen (z.B. die Siemens AG), das Ihnen ein Bezugsrecht für seine Aktien einräumt, sondern eine Bank (z.B. BNP Paribas), die Ihnen anbietet, von ihr Siemens-Aktien zu einem bestimmten Preis zu beziehen.
Dieses Bezugsrecht wird in einem Optionsschein verbrieft, den man in diesem Fall „gedeckt“ nennt, da die Bank die Aktien vorher selbst kaufen muss. In der Finanzwelt spricht man dabei von „sich eindecken“ (engl. „to cover“), daher ist der englische Fachbegriff „Covered Warrant“ („warrant“ = engl. Optionsschein).
Die Funktionsweise des Papiers entspricht dem des normalen Optionsscheins.
Beispiel:
Sie kaufen 1000 gedeckte Optionsscheine zum Preis von je 0,50 Euro.
Der Optionsschein verbrieft das Recht, eine Aktie der Unternehmung zum Preis von 60 Euro zu erwerben.
Die Aktien der AG haben im Augenblick einen Kurs von 40 Euro.
a) die Aktie steht zwei Jahre später auf 46,20 Euro
Ihre Optionsscheine sind gegenwärtig wertlos. Sie warten weiter ab. Wenn sich bis zum Ende der Laufzeit an dieser Situation nichts ändert, haben Sie einen Verlust von 500 Euro (100%).
b) die Aktie steht zwei Jahre später auf 68 Euro
Der Kurs Ihrer Optionsscheine wird etwa bei 8 Euro liegen.
Sie verkaufen die Optionsscheine wenige Tage später an der Börse (z.B. zu 7,60 Euro).
Kontogutschrift 760 Euro, Gewinn 260 Euro (ohne Berücksichtigung von Kosten)  
(= 52,0% insg. = 26,0% p.a.)
Hinweis:
Diese Grundform des gedeckten Optionsscheins wurde inzwischen in vielfältigster Weise erweitert. So werden z.B. Optionsrechte auf Devisen, Metalle und Edelmetalle, Indizes und sogar Wetterphänomene oder den Eintritt anderer Ereignisse angeboten. Anstelle der Lieferung des Basiswerts erfolgt ein Barausgleich.
Auch vom Sprachgebrauch nähern sich Optionsscheine immer mehr den Optionen und Futures an: Mit dem Kauf eines Call-Optionsscheins („Call“ = engl. Kaufoption) spekulieren Sie auf steigende Kurse, mit einem Put-Optionsscheins (Put“ = engl. Verkaufoption) auf fallenden Kurse.
Charakter der Anlage
Der Anleger hat z.B. ein Anrecht auf Lieferung einer Aktie zu einem bestimmten Preis.

Mindestanlage
1 gedeckter Optionsschein

Anlagedauer
1-4 Jahre, max. bis zum Ende der Laufzeit des Optionsscheins

Vorzeitige Verfügbarkeit
Jederzeit Verkauf an der Börse möglich (allerdings nur zum jeweiligen Tageskurs)

Rückzahlung bei Laufzeitende
Nein

Ertrag
Verkaufserlös aus der Kurssteigerung des Optionsscheins

Rendite
Völlig ungewiss

Kosten
Zahlreiche Gebühren beim Kauf und Verkauf des Wertpapiers sowie bei dessen Aufbewahrung – je nach Kreditinstitut in unterschiedlicher Gestaltung und Höhe: Provision, Order-, Makler-  und Depotgebühr (Vorsicht bei Kauf und Verkauf von kleinen Stückzahlen: Mindestgebühren!)

Absicherung durch den Einlagensicherungsfonds
Nein

Haftung der Hausbank
Nein

Sicherheit der Anlage
Völlig unsicher

Anlegertyp
Drachenflieger

Risikoklasse nach Wertpapierhandelsgesetz
Hochspekulativ

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