Geldanlage: Wandelschuldverschreibung

Beschreibung
Eine Wandelschuldverschreibung ist eine normale Schuldverschreibung einer Unternehmung („Industrieobligation“), gewährt dem Anleger aber das Recht, die Schuldverschreibung jederzeit in Aktien der AG umzutauschen, wenn er dies möchte. Solange er nicht tauscht, hat er Anspruch auf die Zinsen und die Rückzahlung des Nennwertes der Anlage bei  Laufzeitende.
Beispiel:
Sie kaufen eine Wandelschuldverschreibung mit dem Nennwert von 1000 Euro, 2% Verzinsung und einer Laufzeit von zehn Jahren.
Die Schuldverschreibung gewährt Ihnen das Recht, die Schuldverschreibung während der Laufzeit jederzeit in hundert Aktien der Unternehmung umzutauschen.
Die Aktien der AG haben im Augenblick einen Kurs von 6,20 Euro.
a) die Aktie steht zwei Jahre später auf 7,80 Euro
Sie behalten die Schuldverschreibung auch weiterhin, da die 100 Aktien nur einem Wert von 780 Euro entsprechen.
b) die Aktie steht zwei Jahre später auf 13,60 Euro
Sie tauschen die Schuldverschreibung in 100 Aktien, da diese einem Wert von 1360 Euro entsprechen.
Sie verkaufen die Aktien wenige Tage später an der Börse (z.B. zu 14,10 Euro).
Kontogutschrift 1.410 Euro, Gewinn 410 Euro (ohne Berücksichtigung der Zinsen)
(= 41% insg. = 20,5% p.a.)

Charakter der Anlage
Der Anleger ist Gläubiger gegenüber einem Unternehmen (=Rentenpapier), bei Umwandlung in Aktien wird er Teilhaber.

Mindestanlage
Mindestnominalwert, z.B. 1000 Euro

Anlagedauer
1-5 Jahre

Vorzeitige Verfügbarkeit
Jederzeitiger Verkauf an der Börse möglich (allerdings nur zum jeweiligen Börsenkurs)

Rückzahlung bei Laufzeitende
Ja, jedoch nur, wenn von dem Wandlungsrecht kein Gebrauch gemacht wird

Ertrag
Feste jährliche Verzinsung; bei Wandlung in Aktien Kursgewinne durch steigenden Aktienkurs

Rendite
Gering bis mittel

Kosten
Zahlreiche Gebühren beim Kauf und Verkauf des Wertpapiers, sowie dessen Aufbewahrung- je nach Bank in unterschiedlicher Gestaltung und Höhe: Provision, Ordergebühr, u.U. Limitgebühr, Maklergebühr und Depotgebühr

Absicherung durch den Einlagensicherungsfonds (oder vergleichbare Absicherung)
Nein

Haftung der Hausbank des Geldanlegers
Nein

Sicherheit der Anlage
Sicher, aber nur bei Endfälligkeit, wenn keine Wandlung in Aktien stattgefunden hat und die Unternehmung nicht insolvent ist

Anlegertyp
Bergwanderer

Risikoklasse nach Wertpapierhandelsgesetz
Konservativ bis risikoscheu

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